Ausbildung der Agrartechnischen Assistentinnen und Assistenten

Die Ausbildung der Agrartechnischen Assistentinnen und Assistenten ist kurz und intensiv.
In zwei Jahren bereiten Sie die Schule in Landsberg und ihr Praktikumsbetrieb auf das Berufsleben vor oder machen Sie fit für eine schulische Weiterbildung.

Ablauf und Anmeldung

September bis Dezember

4 Monate theoretischer und laborpraktischer Unterricht in Landsberg

Januar bis Dezember

12 Monate Fachpraktikum in einem anerkannten Praktikumsbetrieb

Januar bis Juli

7 Monate theoretischer und laborpraktischer Unterricht mit Abschlussprüfung in Landsberg.
Für die Ausbildungsabschnitte an der Schule in Landsberg gilt die bayerische Ferienregelung.

Praktikumsbetriebe

Die einjährige praktische Ausbildung in Praktikumsbetrieben ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Dazu arbeiten wir mit staatlichen oder privaten Forschungseinrichtungen, Betrieben der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie und Privatlabors zusammen.

Unsere Praktikumsbetriebe

Aufnahmebedingungen und Anmeldung

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss (zum Beispiel Realschulreife, Fachschulreife, Quabi).

Wer die Ausbildung im September beginnen will, muss das Anmeldeformular und seine Unterlagen bis 1. März postalisch oder per E-Mail an poststelle@ts-ll.bayern.de an der Schule einreichen. Bei der Anmeldung müssen Sie sich bereits für einen der drei Ausbildungsschwerpunkte entscheiden. Danach eingehende Anträge können wir nur berücksichtigen, wenn wir freie Kapazitäten haben.
Nach Eingang aller Bewerbungen am 1. März teilen wir Ihnen mit, ob ihre Anmeldung bei uns erfolgreich war.

Bis spätestens Ende Juli erfahren Sie, in welchen Praktikumsbetrieb Sie eingeteilt sind.

Für die Anmeldung benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Anmeldeformular (ausfüllbares PDF)  69 KB
  • Lebenslauf
  • 1 Passbild
  • amtlich beglaubigter Nachweis (Zeugnis) über den mittleren Schulabschluss, (bzw. das letzte Jahres- oder Zwischenzeugnis - dieses muss nicht beglaubigt sein)
  • ärztliche Bescheinigung über die Berufseignung
  • Zustimmung der gesetzlichen Vertreter bei Minderjährigen

Für Rückfragen bezüglich der Aufnahmevoraussetzungen steht Ihnen unsere Mitarbeiterin Frau Salcher gerne zur Verfügung.

Anmeldung:
Ansprechpartnerin:
Sandra Salcher
Tel.: 08191 3358-112
E-Mail: poststelle@ts-ll.bayern.de

Abschluss

Nach der Ausbildung führen Sie je nach Schwerpunkt die Berufsbezeichnung:

  • Staatlich geprüfte(r) Agrartechnische(r) Assistent(in) Fachrichtung Lebensmittel-Pflanze-Umwelt Schwerpunkt Lebensmittelanalytik
  • Staatlich geprüfte(r) Agrartechnische(r) Assistent(in) Fachrichtung Lebensmittel-Pflanze-Umwelt Schwerpunkt Pflanzen- und Umweltanalytik
  • Staatlich geprüfte(r) Agrartechnische(r) Assistent(in) Fachrichtung Biotechnologie

Bayerische Agrarschulordnung - gesetze-bayern.de 

 

Biotechnologie

Die Biotechnologie vermittelt sowohl Labortechniken zum Umgang mit Zell- und Gewebekulturen und Mikroorganismen als auch zur Laboranalyse von DNA, RNA, Genen und Proteinen. Die moderne Biotechnologie bietet Alternativen zur chemischen Synthese sowie zur Herstellung von Produkten, die synthetisch nicht oder nur schwer herzustellen sind.

Anwendungsfelder der Biotechnologie finden sich bei der Herstellung von Bier, Käse und Joghurt, bei der Züchtung neuer Pflanzensorten sowie innerhalb der Medizin und Pharmazie. Auch die Produktion von Enzymen, Stärke oder anderer nützlicher biogener Stoffe sowie zahlreiche diagnostische Verfahren z. B. durch DNA-Analyse sind Teil der Biotechnologie. Gentechnische Verfahren erweitern das Spektrum: Werden Erbinformationen übertragen, können Organismen zum Beispiel schwer zugängliche Arzneistoffe erzeugen.
Die Biotechnologie expandiert. Sie hält in Landwirtschaft, Chemie, Pharmazie und Lebensmittelherstellung zunehmend Einzug.


Allgemeine Fächer

Grundlage der Ausbildung sind allgemeine Fächer wie Chemie, Biologie, Mikrobiologie und Informationstechnologie, die in Theorie und Praxis unterrichtet werden.


Fachspezifische Inhalte

sind Molekularbiologie und Gentechnik einschließlich DNA-Analyse, Zell- und Gewebekulturen mit sterilen und antiseptischen Arbeitstechniken sowie die Fermentationstechnologie mit Proteinanalytik.

 

Berufliche Tätigkeit und Perspektiven

Untersuchungs-, Forschungstätigkeit und Produktentwicklung in

  • BioTech-Unternehmen
  • Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit Schwerpunkt Biotechnologie
  • Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Pflanzenzüchtung

Die Ausbildung eröffnet hervorragende Berufschancen im Bereich Biotechnologie und Life Science. Nach einem zusätzlichen Jahr an der Berufsoberschule können Sie das Fachabitur erwerben und an einer Fachhochschule studieren.

Pflanzen- und Umweltanalytik

Pflanzen und pflanzliche Produkte werden als Lebensmittel, Futtermittel oder nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel zur Erzeugung von Energie) verwendet. Die Überwachung der dazu erforderlichen Qualität ist sehr wichtig. Auch der Schutz der Umwelt (Boden, Wasser, Luft) zählt zu den drängenden Problemen unserer Zeit.

Grundlage der Ausbildung sind allgemeine Fächer wie Chemie, Biologie, Mikrobiologie und Informationstechnologie, die wir in Theorie und Praxis unterrichten.

Analytik

Pflanzliche Lebens- und Futtermittel, Böden und Wasser zu analysieren, steht im Vordergrund dieses Ausbildungsschwerpunktes. Dabei reicht das Untersuchungsspektrum von wertvollen Inhaltsstoffen wie Eiweiß und Mineralstoffen über unerwünschte Substanzen wie Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel oder andere Schadstoffe aus der Umwelt bis zur gentechnischen Analyse.
Sie werden das Untersuchungsmaterial aufbereiten und wichtige Geräte wie Chromatographen und Spektrometer zur Analyse einsetzen.


Pflanzentechnologie

Sie lernen moderne Techniken kennen, um Pflanzen mit besseren oder besonderen Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen entwickeln zu können. Im schuleigenen Gewächshaus legen Sie Pflanzenversuche für Forschungs- und Züchtungszwecke an.

Berufliche Tätigkeit und Perspektiven

  • Versuchs- und Untersuchungstätigkeit in Labors für Pflanzen-, Lebensmittel- und Umweltanalytik sowie in Betrieben der Pflanzenzüchtung
  • Mitarbeit in Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel Hochschulinstituten und Landesanstalten
  • Tätigkeit in verwandten Laborbereichen wie der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie

Betriebsinterne Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es in nahezu allen Arbeitsbereichen. Nach einem zusätzlichen Jahr an der Berufsoberschule können Sie das Fachabitur erwerben und an einer Fachhochschule studieren.

Lebensmittelanalytik

Wir untersuchen, was wir essen! Die Bereitstellung sicherer und qualitativ hochwertiger Lebensmittel ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben.

Im Schwerpunkt Lebensmittelanalytik lernen die Schüler dank intensivem Praxis- und Produktbezug alles, um Lebensmittel sicher und verkehrsfähig zu machen. In die Lebensmittelanalytik fließen viele Fachgebiete wie Chemie, Mikrobiologie, Molekularbiologie und Biotechnologie ein.

Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung sind Garanten für die Sicherheit unserer Lebensmittel!

Die Säulen der Ausbildung sind die mikrobiologische und die chemische Analytik, die neben klassischen Untersuchungsverfahren auch moderne Analysentechniken vermittelt. Allgemeine und fachbezogene Inhalte der Chemie, Mikrobiologie, Hygiene, Technologie – also der Herstellung von Lebensmitteln, Qualitätsmanagement oder Informationstechnologie sind weitere Grundlagen.

Chemische Lebensmittelanalytik

Im chemisch-physikalischen Praktikum untersuchen Sie Lebensmittel auf deren Inhaltsstoffe (Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Mineralstoffe), auf Zutaten und Zusatzstoffe wie Vitamine, Farb- oder Konservierungsstoffe sowie auf Rückstände. Dabei führen Sie komplexe Untersuchungen wie die Chromatografie von der Probenaufbereitung bis zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse durch.

Mikrobiologisches Praktikum

Im mikrobiologischen Praktikum erlernen Sie die wichtigsten Techniken des mikrobiologischen Arbeitens und wenden diese auf die Untersuchung des Gehalts an Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen sowie deren Toxinen in Lebensmitteln oder Umweltproben an. Sie führen aber auch molekularbiologische und immunologische Nachweisverfahren zur Untersuchung von Antibiotika, Mikroorganismen oder Allergen sowie Methoden für die Hygieneüberwachung durch. Mikroskopieren und die Durchführung biochemischer Tests zur Identifizierung der Mikroorganismen ergänzen die praktischen Tätigkeiten.

Berufliche Tätigkeit und Perspektiven

  • Nach der Ausbildung tragen Sie zur Qualitätskontrolle hochwertiger Lebensmittel oder zur Entwicklung neuer Produkte und Methoden bei. Sie arbeiten hierfür
    • in Laboratorien der Lebensmittelindustrie
    • in staatlichen oder privaten Untersuchungslaboren für Lebensmittel, Wasser oder Umwelt
    • in staatlichen oder privaten Forschungseinrichtungen
  • In verwandten Bereichen wie der biotechnologischen oder pharmazeutischen Industrie sind Sie aufgrund ihres breiten Wissens als Absolventen dieses Schwerpunkts ebenfalls gesucht.

Betriebsinterne Fortbildungs- und Aufstiegschancen gibt es in vielen Bereichen, darüber hinaus eine Weiterbildungsmöglichkeit zum/r milchwirtschaftlichen Labormeister/-in. Nach einem zusätzlichen Jahr an der Berufsoberschule können Sie das Fachabitur erwerben und an einer Fachhochschule studieren.

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